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Rasender Feuerwehrmann



Einem Angehörigen der freiwilligen Feuerwehr, der nach Auslösung eines Alarms mit seinem privaten Pkw zum Feuerwehrhaus fährt, stehen schon auf diesem Weg die Sonderrechte des § 35 1 StVO (Straßenverkehrsordnung) zu. Dies stellt jedoch keinen Freibrief dafür dar, unter Missachtung wichtiger Verkehrsregeln zum Einsatzort zu rasen.

So hält das Amtsgericht Offenburg bei der Inanspruchnahme von Sonderrechten im privaten Pkw nur eine "maßvolle" Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für erlaubt. Im Falle eines Feuerwehrmanns, der innerorts mit 89 km/h statt der zulässigen 50 km/h fuhr, hielt das Gericht diese Grenze für überschritten und verhängte gegen ihn ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro.

Urteil des AG Offenburg vom 09.05.2016
3 OWi 205 Js 16295/15
Wirtschaftswoche Heft 18/2017, Seite 77