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Schaden in Waschanlage durch schrägstehendes Fahrzeug



Eine Autofahrerin wollte ihren Pkw in einer Waschanlage reinigen lassen. Die richtige Längsausrichtung wurde in der Waschanlage durch Lichtzeichen angezeigt; im Hinblick auf die Querausrichtung gab es weder akustische noch visuelle Hinweise. Obwohl die Frau mehrfach hin- und herrangierte, um ihr Fahrzeug in Querrichtung mittig zu positionieren, stand der Wagen schräg in der Waschhalle. Die Waschanlage startete schließlich ohne einen Hinweis auf eine falsche Positionierung des Fahrzeugs, das sodann von den rotierenden Reinigungsbürsten erheblich beschädigt wurde.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth gab der Autofahrerin das überwiegende Verschulden an dem Schaden, da sie den Waschvorgang trotz der deutlichen Schrägstellung des Wagens gestartet hatte. Der Betreiber der Waschanlage wurde jedoch verurteilt, sich zu einem Drittel an dem Schaden zu beteiligen, da er hätte sicherstellen müssen, dass sich die Waschanlage nicht in Betrieb setzt, wenn ein Fahrzeug in Querrichtung nicht mittig positioniert ist. Die Tatsache, dass eine Falschpositionierung in Längsrichtung angezeigt wurde, zeigte, dass es technisch möglich gewesen wäre, eine falsche Querausrichtung anzuzeigen.

Urteil des LG Nürnberg-Fürth vom 18.05.2017
2 O 8988/16
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