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Anlage von Betreutenvermögen in Gold



Ein Betreuer hat das Vermögen des Betreuten in mündelsicherer Form anzulegen (§ 1807 BGB). Eine Anlage des Betreutenvermögens in Gold stellt grundsätzlich keine mündelsichere Anlage dar. Daher ist vor einer solchen Anlage grundsätzlich die Genehmigung des Betreuungsgerichts gemäß § 1811 Satz 2 BGB erforderlich. Das Betreuungsgericht kann bei bestimmten Vermögenskonstellationen verpflichtet sein, die Genehmigung zu erteilen.

So sieht das Landgericht Rottweil bei kleineren Vermögen, die sich aus dem Überschuss der Rente des Betreuten gegenüber den Heimkosten ergeben, in Zeiten von "Nullzinsen" oder gar drohenden Negativzinsen, in denen die Zinserträge jedenfalls unterhalb der Inflationsrate liegen und so wegen eines Geldwertschwundes eine Verminderung des Vermögens des Betreuten droht, die Anlage in Gold als werthaltig an. Wenn auch ein Kursrückgang in den nächsten Jahren nicht auszuschließen ist, dürfte die Anlage in Gold auf lange Sicht zumindest den Inflationsausgleich gewährleisten, zumal Gold weltweit auch als Krisenwährung gilt. Bei mittleren und größeren Vermögen wird jedoch auch auf eine möglichst breite Streuung der Geldanlagen in Wertpapiere, Gold etc. zu achten sein.

Beschluss des LG Rottweil vom 19.08.2016
1 T 111/16
FamRZ 2017, 561