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Kaskoversicherung: Nur ausnahmsweise Ersatz eines Abschleppschadens



Fahrzeugschäden, die beim Abschleppen entstehen, sind nach den Bedingungen von Kaskoversicherungen vom Versicherungsschutz ausgenommen. Das Oberlandesgericht München weist darauf hin, dass gemäß dieser Versicherungsbedingungen gleichwohl nicht per se jeder Schaden zwischen ziehendem und gezogenem Fahrzeug unter den Ausschlusstatbestand fällt, sondern nur einer "ohne Einwirkung von außen", wobei die Versicherung die Voraussetzungen dieser Ausschlussklausel beweisen muss.

Jedoch liegt es zunächst beim Versicherten, objektive Anhaltspunkte zu liefern, beispielsweise Lack-, Schleuder- oder andere Spuren, die darauf schließen lassen, dass ein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt war. Demnach reicht es nicht aus, dass der beim Abschleppvorgang vorausfahrende Versicherungsnehmer pauschal behauptet, er habe wegen eines auf seiner Fahrspur entgegenkommenden Fahrzeugs eine Vollbremsung hinlegen müssen, worauf der abgeschleppte Wagen aufgefahren sei.

Urteil des OLG München vom 24.03.2017
10 U 3749/16
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