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Verwirkung des Widerrufs eines Lebensversicherungsvertrags



Ein Verbraucher kann den Abschluss eines Lebensversicherungsvertrags im Falle einer unterbliebenen oder fehlerhaften Widerrufsbelehrung durch die Versicherung auch noch nach Jahren widerrufen. Er kann dann sämtliche gezahlten Beiträge samt Zinsen zurückverlangen. Der Versicherer darf jedoch die Kosten des Risikoschutzes während der Vertragslaufzeit in Abzug bringen.

Der Versicherungsnehmer hat sein Widerrufsrecht jedoch dann verwirkt, wenn er nach Abschluss des später widerrufenen Vertrags noch weitere Versicherungen abgeschlossen hat, die er als Sicherung für Kredite genutzt hat, und an dem vom Widerruf betroffenen Vertrag auch auf Wunsch des Versicherten immer wieder kleine Änderungen vorgenommen wurden. Dadurch habe der Versicherte - so das Landgericht Heidelberg - gezeigt, dass er an den Verträgen festhalten wolle. Damit hat er auch sein Widerrufsrecht verloren.

Urteil des LG Heidelberg vom 24.03.2017
3 O 286/16
Wirtschaftswoche Heft 16/2017, Seite 81