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Offene Video├╝berwachung auch nach mehreren Monaten verwertbar



Die Speicherung von Aufnahmen aus einer zul├Ąssigen offenen Video├╝berwachung, die vors├Ątzliche Handlungen eines Arbeitnehmers zulasten des Eigentums des Arbeitgebers zeigen, wird nicht durch blo├čen Zeitablauf unverh├Ąltnism├Ą├čig.

In dem vom Bundesarbeitsgericht entschiedenen Fall hatte der Inhaber eines Tabak- und Zeitschriftenladens mit Lottoannahmestelle zum Schutz vor Diebst├Ąhlen eine offene Video├╝berwachung installiert. Die Auswertung von circa vier Monate zur├╝ckliegenden Aufnahmesequenzen ergab, dass eine Verk├Ąuferin mehrmals unrechtm├Ą├čig "in die Kasse gegriffen" hatte. Das Gericht best├Ątigte die daraufhin ausgesprochene fristlose K├╝ndigung. Der Umstand, dass die zur Beweisf├╝hrung herangezogene Videoaufnahme mehrere Monate zur├╝cklag, f├╝hrte nicht zu einem Verwertungsverbot im K├╝ndigungsschutzverfahren.

Urteil des BAG vom 23.08.2018
2 AZR 133/18
NZA 2018, 1329