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Berufskrankheit: Verursachung einer Atemwegserkrankung durch Tonerstaub



Ein mittlerweile 63-jähriger Arbeitnehmer war in einem Unternehmen knapp vier Jahre als Vervielfältiger in einem Kopierraum tätig. Infolge zunehmender Atemwegsbeschwerden beantragte er die Anerkennung einer Berufskrankheit. Er machte geltend, täglich Kopier- und Druckaufträge im Umfang von 5.000 bis 10.000 Blatt in einem nur 30 Quadratmeter großen Raum ausgeführt zu haben.

Der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung lehnte die Anerkennung einer Berufskrankheit ab, da nach dem eingeholten Fachgutachten ein Kausalzusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Atemwegserkrankung nicht belegt werden konnte. Dem schloss sich nun das Hessische Landessozialgericht an. Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand ist nicht davon auszugehen, dass Tonerpartikel oder Laserdruckeremissionen generell geeignet sind, beim Menschen Gesundheitsschäden zu verursachen. Das Gericht schloss es jedoch nicht aus, dass im Einzelfall eine Verursachung durch einen arbeitsplatzbezogenen Inhalationstest nachgewiesen werden kann.

Urteil des Hessischen LSG vom 21.01.2019
L 9 U 159/15
Pressemitteilung des Hessischen LSG