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FußgĂ€nger haftet bei Überqueren der Straße trotz eines erkennbar herannahenden Fahrzeugs



Überquert ein FußgĂ€nger am Abend bei starkem Regen an einer Querungshilfe die Fahrbahn, obwohl ein herannahendes Fahrzeug fĂŒr ihn erkennbar ist, trifft ihn grundsĂ€tzlich das alleinige Verschulden, wenn er von dem Fahrzeug erfasst und verletzt wird.

Eine Mithaftung des Autofahrers kommt jedoch dann in Betracht, wenn dieser beim Auftauchen eines FußgĂ€ngers am Fahrbahnrand nicht seine Geschwindigkeit reduziert hat. Dies konnte in dem vom Oberlandesgericht DĂŒsseldorf entschiedenen Fall dem Autofahrer, der zum Unfallzeitpunkt 60 km/h bei erlaubten 100 km/h fuhr, nicht nachgewiesen werden. Eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit war von ihm nicht zu verlangen. Auf Seiten des Autofahrers war danach lediglich die verschuldensunabhĂ€ngige Betriebsgefahr des Pkws in Höhe von 20 Prozent zu berĂŒcksichtigen.

Urteil des OLG DĂŒsseldorf vom 10.04.2018
I-1 U 196/14
VersR 2018, 1210