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Reisepreisminderung und Schmerzensgeld bei erlittener Todesangst auf BootsĂĽberfahrt



Ein Ehepaar musste bei der Rückreise von einer Ferieninsel auf den Malediven zum Flughafen mit einem Fährboot dramatische Stunden erleben. Das Schiff hatte trotz einer Unwetterwarnung abgelegt und war wenig später in Seenot geraten. Als das Schiff zu kentern drohte, mussten die Passagiere Rettungswesten anlegen. Erst nach mehreren Stunden wurde das manövrierunfähige Boot von einem anderen Schiff in den sicheren Hafen zurückgeschleppt.

Das Landgericht Köln teilte die Auffassung der Eheleute, dass durch die stundenlange akute Lebensgefahr der Erholungswert des gesamten Urlaubs entfallen war. Daher wurde der Reiseveranstalter als Verantwortlicher für die Nichtbeachtung der Unwetterwarnung verurteilt, den gesamten Reisepreis von jeweils 4.500 Euro zu erstatten. Dem Mann billigte das Gericht ein Schmerzensgeld von 500 Euro zu und der Frau wegen der aus dem traumatischen Erlebnis folgenden psychischen Schäden sogar 5.500 Euro.

Urteil des LG Köln vom 15.01.2019
3 O 305/17
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