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Zivilprozess: Ausreichende Substantiierung des Klageanspruchs



Gerichte sind im Rahmen von Zivilverfahren nicht verpflichtet, von den Prozessparteien vorgelegte umfangreiche und ungeordnete Anlagenkonvolute von sich aus durchzuarbeiten, um so die erhobenen Anspr├╝che zu konkretisieren. Auch kann der erforderliche Sachvortrag nicht durch die blo├če Vorlage von Anlagen ersetzt werden.

Eine solche Fallgestaltung liegt nach Auffassung des Bundesgerichtshofs jedoch dann nicht vor, wenn der Kl├Ąger zur Substantiierung seines Anspruchs eine aus sich heraus verst├Ąndliche und auf eine - wie im Streitfall - nicht einmal eine Seite umfassende Darstellung in den Anlagen konkret Bezug nimmt und die Ber├╝cksichtigung der in Bezug genommenen Anlage vom Tatrichter keine unzumutbare Sucharbeit verlangt.

Beschluss des BGH vom 02.10.2018
VI ZR 213/17
MDR 2019, 182