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Schadensersatzanspr├╝che der Bank nach K├╝ndigung des Darlehensvertrags wegen Zahlungsverzugs



Stellt der Darlehensgeber ein Darlehen wegen Zahlungsverzugs des Darlehensnehmers f├Ąllig und verlangt er die offene Darlehensvaluta in voller H├Âhe zur├╝ck, kann er - neben etwaigen Zahlungsr├╝ckst├Ąnden - nur diese fordern und darauf im Falle des Verzugs nach den allgemeinen Vorschriften Verzugszinsen verlangen.

Ist der Darlehensnehmer jedoch kein Verbraucher, ist die kreditgebende Bank auch berechtigt, statt der R├╝ckf├╝hrung der noch offenen Darlehensvaluta Schadensersatz in Form der Vorf├Ąlligkeitsentsch├Ądigung geltend zu machen, deren H├Âhe auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens der K├╝ndigung zu berechnen ist. Der Kreditgeber kann somit die f├╝r ihn wirtschaftlich g├╝nstigste Abwicklung des gek├╝ndigten Darlehens w├Ąhlen. Er kann verlangen, wirtschaftlich so gestellt zu werden, wie er stehen w├╝rde, wenn der Darlehensnehmer den Vertrag ordnungsgem├Ą├č erf├╝llt h├Ątte. Der Bundesgerichtshof weist jedoch ausdr├╝cklich darauf hin, dass eine Vermischung von R├╝ckforderung der offenen Darlehensvaluta und Schadensersatz ausgeschlossen ist.

Urteil des BGH vom 20.02.2018
XI ZR 445/17
ZIP 2018, 821