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Kein Versicherungsschutz bei Diebstahl ohne Einbruchspuren



Die Vertragsbedingungen einer Hausratversicherung sahen eine EntschĂ€digungsleistung vor, wenn der Diebstahl von im Auto liegenden GegenstĂ€nden "durch Aufbrechen verschlossener Kraftfahrzeuge" begangen wurde. Dem Aufbrechen stand nach der Klausel "die Verwendung falscher SchlĂŒssel oder anderer nicht zum ordnungsgemĂ€ĂŸen Öffnen bestimmter Werkzeuge" gleich.

Liegen keine derartigen Diebstahlspuren vor, ist nicht auszuschließen, dass der Versicherte das Fahrzeug nicht ordnungsgemĂ€ĂŸ abgeschlossen hat. Das Amtsgericht Frankfurt sah auch den Gegenbeweis des Versicherungsnehmers, dass der Dieb den Verriegelungsmechanismus elektronisch manipuliert hat, nicht fĂŒr erbracht an. Dies wĂ€re beispielsweise durch die sogenannte Relay Attack-Methode möglich, bei der der TĂ€ter das Funksignal des AutoschlĂŒssels abfĂ€ngt, um mittels der ausgespĂ€hten SchlĂŒsseldaten das verschlossene Auto wieder zu öffnen. Da hierfĂŒr keine Anhaltspunkte vorlagen, musste die Versicherung nicht fĂŒr die aus dem Auto des Versicherten entwendeten GegenstĂ€nde aufkommen.

Urteil des AG Frankfurt vom 18.02.2019
32 C 2803/18 (27)
Pressemitteilung des AG Frankfurt