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Arzt haftet bei nicht erkannter Krebserkrankung



Eine Patientin hatte noch zu Lebzeiten gegen ihren behandelnden Internisten Klage erhoben, weil dieser ihre Darmkrebserkrankung nicht erkannt hatte. Der Arzt hatte bei der Patientin trotz ihrer zum Teil heftigen Blutungen aus dem Anus lediglich Hämorrhoiden und eine Analfissur diagnostiziert, ohne eine Darmspiegelung gemacht zu haben. Erst neun Monate später wurde der Darmkrebs entdeckt. Es hatten sich bereits Metastasen in der Leber entwickelt.

Das Oberlandesgericht Braunschweig sprach nun den Erben der mittlerweile an der Krebserkrankung verstorbenen Frau, die den Arzthaftungsprozess weiterführten, ein Schmerzensgeld in Höhe von 70.000 Euro sowie Schadensersatz für die Behandlungskosten zu.

Urteil des OLG Braunschweig vom 28.02.2019
9 U 129/15
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