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Anh├Ârungspflicht von Kindern in Umgangsrechtsverfahren



In einem Umgangsrechtsverfahren ist ein Kind auch dann vom Familiengericht anzuh├Âren, wenn es das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, sofern die Neigungen, Bindungen oder der Wille des Kindes f├╝r die Entscheidung von Bedeutung sind. Diese Kriterien sind gewichtige Gesichtspunkte des Kindeswohls. Weil s├Ąmtliche im Gesetz aufgef├╝hrten Aspekte in Umgangsrechtsverfahren einschl├Ągig sind, ist die Anh├Ârung auch eines noch nicht 14 Jahre alten Kindes nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs regelm├Ą├čig erforderlich.

Wegen fehlender ├äu├čerungsf├Ąhigkeit wird nur bei sehr jungen Kindern verzichtet werden k├Ânnen. Selbst wenn das Kind seine W├╝nsche nicht unmittelbar zum Ausdruck bringen kann, ergeben sich m├Âglicherweise aus dem Verhalten des Kindes R├╝ckschl├╝sse auf dessen W├╝nsche oder Bindungen. Die Altersgrenze f├╝r eine Anh├Ârung liegt jedoch bei drei Jahren. In dem entschiedenen Fall standen nach Auffassung der Karlsruher Richter der Anh├Ârung eines vierj├Ąhrigen Kindes keine rechtlichen Gr├╝nde insbesondere hinsichtlich des Kindewohls entgegen.

Beschluss des BGH vom 31.10.2018
XII ZB 411/18
FamRZ 2019, 115